Es passiert nicht häufig, dass man die Begriffe „Navi“ und „Atombombe“ sinvoll in ein- und demselben Satz hört. Während die für Autofahrer mittlerweile unverzichtbaren GPS-Navigationshilfen vor allem in solchen Gesprächen auftauchen, die sich im Themenkreis „Kraftfahrzeug“ befinden, gehören Nuklearexplosion jedweder Art doch eher in das Terrain der großen Weltpolitik und der Sicherheitsstudien.

Doch kürzlich hat eine Forschungsgruppe der US-amerikanischen Universität von Ohio State zur allgemeinen Überraschung einen sehr direkten Zusammenhang zwischen den beiden festgestellt. Denn den Wissenschaftlern zufolge werden Störungen der Signale von GPS-Satelliten nicht selten von Atombomben verursacht, die zu militärischen Testzwecken irgendwo auf dem Planeten gezündet werden.

Wie kommt das? Bei einer atomaren Explosion werden ungeheure Energiemengen freigesetzt. Selbst, wenn die Explosion tief unter der Erde geschieht – häufig werden alte Minenschächte in mehreren tausend Meter Tiefe hierfür benutzt – gelangt dabei ein großer Teil der Schallwellen und der elektromagnetischen Strahlung in die Schicht der Atmosphäre, die in gut 80 Kilometer Höhe von der Erdoberfläche liegt. Durch diese sogenannte Ionosphäre fegen dann mit einem Schlag unfassbare Massen an Energie, die dort ein schönes Durcheinander anrichten.

Das Problem für die GPS-Navigation besteht nun darin, dass die GPS-Signale, die von den im Orbit um die Erde kreisenden Satelliten in Richtung Navi ausgestoßen werden, auf dem Weg Richtung Erdoberfläche natürlich auch die Ionosphäre passieren – denn Navigations-Satelliten befinden sich normalerweise in eine Höhe von ca. 20.000 Kilometern. Da das von den Satelliten ausgesendete Signal ohnehin nicht besonders stark ist, können selbst leichte Störungen auf dem Weg zum GPS-Empfänger einen großen Unterschied in puncto Genauigkeit ausmachen. Eine Atom-Explosion reicht allemal, um die Signalqualität heftig zu vermindern.

Die Forscher aus den USA haben tatsächlich auf Grundlage dieser Überlegungen und mit Hilfe von historischen GPS-Daten rekonstruieren können, wo in den vergangenen Jahrzehnten Atomexplosionen stattgefunden haben. Sie guckten einfach, wo es auffällige Häufungen von Navi-und Handynetz-Problemen gab und zogen daraus ihre Schlüsse. Als Faustregel stimmte es, dass immer dann, wenn Atomexplosionen im Gange waren, auch Probleme für GPS-Empfänger entstanden.

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Natürlich sind nukleare Explosionen – welcher Art auch immer – nicht gerade alltägliche Ereignisse. Selbst die aktivsten Länder mit einem Atomwaffenprogramm zünden im Normalfall nur von Zeit zu Zeit mal eine der verheerenden und sündhaft teuren Bomben. Doch kommt das dennoch häufiger vor, als man denken sollte. Allein die USA haben seit dem zweiten Weltkrieg mehr als 1000 Atomexplosionen verursacht, und auch wenn die Zahl seit Ende des Kalten Krieges deutlich zurückgegangen ist, kommt es global gesehen immer noch jährlich zu mehreren Detonationen.

Wichtig zu bedenken ist für die Besitzer von Navis aber, dass die temoräre Verschlechterung oder gar der Ausfall des Signals nicht unbedingt bedeutet, dass gerade irgendwo eine Atombombe in die Luft gegangen ist. Normalerweise sind die Ursachen für derlei Störungen weit harmloser, Grund zur Panik gibt es also wahrlich keinen. So eignet sich der Ausfall von GPS-Empfängern auch nicht fürs Militär als Methode zum Aufspüren von potenziell suspekter nuklearer Aktivitäten, stellt die Studie der Ohio State University fest.

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