Die Dokumentation von gewerblichen Fahrten ist in Deutschland seit 1936 Pflicht. Grundlage dafür war die Erfindung des Tachographen, eines Zeit-Wege-Schreibers, der die Beweiskraft von persönlichen Fahreraufzeichnungen verbesserte. Das mechanische Prinzip ließ sich jedoch noch weit bis in die 1970er Jahre manuell manipuIieren. Erst mit der digitalen Technik sind Fahrtenschreiber sicherer geworden.

Digitaler Fahrtenschreiber
Sämtliche mechanische Manipulationen sind ausgeschlossen und die Beeinflussung mit Software erfordert spezialisiertes Wissen und entsprechende Technik. Allein um die kryptografischen Signale am Ausgang des Getriebes zu entschlüsseln, ist ein hoher Aufwand erforderlich. Seit dem 1. Mai 2006 gehört ein digitaler Tachograph zur gesetzlich vorgeschriebenen Ausstattung jedes Neufahrzeugs, das 3,5 t Last überschreitet oder mehr als 8 Personen befördern kann.

Die Regelung (einschl. einer Reihe von Ausnahmen) gilt in der gesamten Europäischen Union und mittlerweile gehört ein digitaler Fahrtenschreiber auch zu den Vorschriften vieler anderer Staaten. Hintergrund für den Einsatz digitaler Tachographen ist heute jedoch die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten, für die in Deutschland exakte Vorschriften gelten.

Funktionen

Ein digitaler Tachograph zeichnet die Geschwindigkeit, die Wegstrecke, die Einsatz- und die Ruhezeit eines Fahrzeugs auf. Ermittelt werden diese Daten mit Motion-Sensoren am Fahrzeuggetriebe. Zugriff auf den Datenspeicher haben nur autorisierte Personen. Ausgelesen werden kann ein digitaler Tachograf mit spezieller Software oder Downloadtools.

Das Auslesen ist am PC der Fuhrparkverwaltung, über eine drahtlose Verbindung oder mobil möglich. Jedes Unternehmen ist für die Archivierung der Daten verantwortlich. Der Zeitraum für Fahrerkarten auslesen beträgt 28 Tage, die Übertragung der Daten aus dem Speicher des Fahrzeugs darf 90 Tage nicht überschreiten. Bei einem durchschnittlichen Betrieb reicht der Speicher digitaler Tachographen etwa ein Jahr.

Eine Nachrüstungspflicht für ältere Fahrzeuge besteht nicht. Daher existieren auch weiterhin analoge Systeme, wobei ein digitaler Fahrtenschreiber den Verwaltungsaufwand erheblich senkt. Denn die Daten können per spezialisierter Software in den Zentralspeicher eines Unternehmens übernommen und sofort den jeweiligen Rechnungsstellen zugewiesen werden.

Die Unternehmen sind natürlich nicht nur zur Archivierung, sondern auch zur Auswertung der Daten verpflichtet. Das erfolgt schon im Eigeninteresse eines Unternehmens. Denn ein digitaler
Tachograph weist alle tätigkeitsbezogenen Daten eines Fahrers aus. Mit ihm kann auch festgestellt werden, ob z.B. Geschwindigkeitslimits übertreten wurden.
Ein digitaler Fahrtenschreiber ist jedoch keine Black Box, wie sie zur Rekonstruierung von Unfallvorgängen z.B. in Flugzeugen eingebaut werden.

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Digitaler Fahrtenschreiber – die Zugangsberechtigungen

Fleet of Trucks
Die Autorisierung zum Zugriff auf die Daten erfolgt mittels spezieller Chipkarten. Diese sind auf die vier Betriebsarten eines Fahrzeugs ausgelegt: Fahrzeugführung, Betriebsverantwortung, Werkstatt und Kontrolle. Entsprechend gibt es die Fahrerkarte, die Unternehmenskarte, die Werkstattkarte und die Behördenkarte. Der Besitz einer Karte ist an die Funktion gebunden. Eine Kontrollkarte ist selbstverständlich den Behörden vorbehalten. Sie sind es auch, die mobile Auslesegeräte mit sich führen.

Ausgegeben werden die Karten vom TÜV und der DEKRA. Hier besteht auch ein Service für Unternehmen, um die Fahrerkarten auslesen zu können. Grundsätzlich kann natürlich jeder über ein Lesegerät verfügen. Jedes digitale Lesegerät ist in der Lage, die Daten aus dem Fahrzeugspeicher zu entnehmen, egal, um welchen Hersteller oder Fahrzeugtyp es sich handelt. Es ist auch möglich, dass eine Person mehrere Kontrollgerätekarten besitzt. Für jeden Fahrer aber darf es nur eine Fahrerkarte geben.

Auf den Kontrollgeräten werden die Herstellerdaten des Tachographen inkl. Sensoren, die Fahrzeug-Identifizierungsnummer und die Fahrzeug-Registrierungsnummer sowie Sicherheitselemente dauerhaft gespeichert. Ein digitaler Fahrtenschreiber erfasst neben den fahrerbezogenen Aktivitäten und seiner Identität darüber hinaus auch Fehlfunktionen und Ereignisse wie z.B. Kontrollen.

Digitaler Fahrtenschreiber – Fahrerkarte beantragen

Um eine Fahrerkarte erhalten zu können, müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

– ein EU-Kartenführerschein in der erforderlichen Fahrzeugklasse
– ein Wohnsitznachweis in der Bundesrepublik Deutschland
– ein Lichtbild des Fahrers jüngeren Datums vor hellem Hintergrund ohne Kopfbedeckung im
Halbprofil (Standardgröße 35 mm x 45 mm)

Die Fahrerkarte gilt fünf Jahre. Eine neue Fahrerkarte beantragen ist nur innerhalb dieses Zeitraums möglich. Bei Defekt, Verlust oder Diebstahl müssen die Unternehmen ebenfalls eine neue Fahrerkarte beantragen.
Die Gebühr für das Fahrerkarte beantragen beträgt 35,50 Euro. Der Betrag wird beim Einreichen des Antrages fällig.

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Bedienungsanleitung

Die Handhabung der Fahrerkarte ist ausgesprochen einfach. Das Anmelden ist nur im Stillstand des Fahrzeugs möglich. Der Fahrer stellt die Zündung an und schiebt seine Karte in mit dem Chip voran und nach oben in den linken Kartenschacht.

Entsprechend der beabsichtigten Tätigkeit wird das zugehörige Zeitgruppensymbol eingestellt.
Das Symbol „Lenkrad“ bedeutet „Fahrt“, gekreuzte Hämmer bedeuten Arbeiten au0ßerhlb der Fahrerkabine, das Quadrat mit Schrägstrich kennzeichnet passive Zeiten, und das „Bett“ bedeutet natürlich Ruhezeit.

Abgefragt werden zudem noch die Arbeitsstunden vor der Abfahrt. Das ist in der Regel „null“ und über das Menü meist schon als Standard geregelt. Jede Eingabe wird mit „OK“ bestätigt, ebenso wie der Start.

Bei jedem Stehenbleiben wechselt die Display-Anzeige auf „X“. Das Symbol bezeichnet nur die Arbeitszeit, jedoch keine Lenkzeit oder Pause.
Wenn „Pause“ eingegeben wurde, schaltet sich das Gerät bei der Weiterfahrt selbstständig wieder zu.
Zum Fahrtende wird die Auswurftaste betätigt und das Ende der Tätigkeit mit „OK“ quittiert. Neben der Fahrerkarte kann man auch einen Ausdruck des Tätigkeitsprotokolls entnehmen.

Digitaler Tachograph – Erfahrungsberichte

Auch sieben Jahre nach der Einführung digitaler Fahrtenschreiber sind noch nicht alle Anforderungen des Gesetzes Alltag in der Logistikbranche. Gerade für kleinere Unternehmen, die neu in die Branche kommen, tun sich immer wieder Probleme auf. Am verbreitetsten ist die Unsicherheit bei Transportern, die selbst nicht über 3,5 t auf die Waage bringen, wohl aber mit Anhänger. Die Regelung ist trotzdem ganz einfach: verfügt der Transporter über eine Hängerkupplung, wird auch ein digitaler Tachograph benötigt.

Bei der Polizei spielt die verbesserte Verkehrssicherheit die größte Rolle. Das Signal, das den Fahrer auf das Ende seiner Lenkzeit aufmerksam macht, wird hier als größtes Plus gesehen. Der Zeitraum bis zur Pause ist so groß, dass rechtzeitig der nächste Rastplatz aufgesucht werden kann. Letztendlich aber ist es die sichere Kontrollvariante, die den Behörden die Arbeit erleichtert. Mit der Personalisierung der Fahrerkarte ist auch kein Fahrzeugtausch zur Verschleierung der Lenkzeit möglich.

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